Stosunek?

[English version below]


Stosunek
[stɔsunək] ist Polnisch und bedeutet grundsätzlich so viel wie “Verhältnis”. Es gibt den stosunek prawny, das ist das Rechtsverhältnis, oder den stosunek społeczny, das soziale Verhältnis. Die geläufigste Übersetzung von stosunek ist allerdings: Sex.

Auf diesem Blog möchte ich mir einige stosunki innerhalb der polnischen Gesellschaft näher anschauen. Welche Rolle spielen so intime Themen wie Liebe, zwischenmenschliche Beziehungen und eben auch Sex in politischen Debatten, am Küchentisch, im öffentlichen Alltag? Wie wirkt sich das auf die Identität von den Menschen hier aus? Und vielleicht auch auf meine?

blog2neuDie Person, die sich das alles fragt, das bin ich, Susanne Romanowski. Auf diesem Blog wird es auch um meinen persönlichen stosunek mit Polen gehen. Polen, das ist das Land, aus dem meine Familie kommt, in dem sie aufgewachsen und aus dem sie teilweise ausgewandert ist. Das ist das Land, das ich aus Urlauben, Erzählungen und Schlagzeilen kenne – mehr aber auch nicht. Innerhalb der nächsten acht Monate, die ich in Krakau und Warschau verbringen werde, soll sich das ändern – zweideutig und mehrsprachig, in der schillernden Grauzone zwischen dem Privaten und dem Politischen, den Schlafzimmern und den Parlamenten.

[EN]

Stosunek [stɔsunək] is Polish for “relation”. There is stosunek prawny, which translates to legal relationship, or stosunek społeczny, social relations. The most common translation of the word, however, is: Sex. 

Here, I want to take a closer look into various stosunki within Polish society. What is the role of intimate topics such as love, interpersonal relations or sex in political debates, at the dinner table, in public? How does it impact people’s identity? And maybe it impacts mine as well?

The person asking all that is me, Susanne Romanowski. Here, I will also deal with my own stosunek with Poland. Poland, which is the country my family is from, where they grew up and which they – partly – left. That’s the country I know from vacations, stories and headlines – and that’s about it. Within the next eight months that I will spend in Cracovia and Warsovia, I intend to change that: ambigiously and multilingually, right in the iridescent twilight zone of the private and the political, the bedrooms and the parliaments.